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FDP Waldbegehung am 28.08.2026

Auf dem Weg zum klimastabilen Wald der Zukunft

Auf dem Weg zum klimastabilen Wald der Zukunft

Der Gemeindewald Bickenbach soll sich zu einem klimastabilen Dauermischwald entwickeln. Dazu hat die Jagdgenossenschaft Bickenbach vor etwas mehr als drei Jahren ein privates Unternehmen mit der Organisation und Durchführung der Jagd, zunächst in einem der beiden Jagdreviere, betraut. Vom Erfolg dieses Projekts überzeugte sich nun der FDP-Kreisverband Rhein-Hunsrück bei einem Waldbegang zusammen mit Ortsbürgermeister Marco Mohr und dem zuständigen Förster Philipp Weckbecker.

„Es ist schon beeindruckend, zu sehen, was in so kurzer Zeit erreichbar ist, wenn wir den Mut zu neuen Herangehensweisen und zu konsequentem Handeln haben“, betonte die FDP-Kreisvorsitzende Carina Konrad. Durch an den Lebensraum angepasste Wildtierbestände können Eigentümer ihren Wald fit für den Klimawandel machen, ganz ohne teure Zäune, allein durch die Kraft der Natur, zeigte sich die Liberale überzeugt.

Mit dieser Form der Eigenbewirtschaftung der Jagd möchte die Ortsgemeinde und die Jagdgenossenschaft den für das Dorf so wertvollen Wald an den Klimawandel anpassen, den Wert erhalten und gleichzeitig eine Naturverjüngung durch konsequent angepasste Wildbestände ermöglichen, erläuterte der Ortsbürgermeister und Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Marco Mohr. Die im Bejagungskonzept vereinbarten Zielwildbestände nach der Jagdsaison wurden zuletzt durch gezielte Drohnenüberflüge belegt. Und wie Marco Mohr erläuterte, habe sich als positiver Nebeneffekt ergeben, dass auf der angrenzenden Bundesstraße im Vergleich zur Vergangenheit kaum noch Wildunfälle zu verzeichnen sind.

Viele, durchaus auch skeptische Fragen gab es während des Waldbeganges von den Teilnehmenden, sei es zu den Wildbeständen, den Abschusszahlen oder wie eine erfolgreiche Naturverjüngung ohne teure Schutzmaßnahmen wie Zaunschutz und Einzelschutz für die jungen Bäume möglich wäre.

Der Förster und der Bürgermeister standen gerne Rede und Antwort. In einem Douglasienbestand erläuterte der Förster die Steuerung des Lichteinfalls, der wichtig sei, damit weitere Kraut- Strauch- und Baumarten am Boden nachwachsen können. Dadurch wird neben der Erhöhung der Artenvielfalt und Stabilität auch das Austrocknen des Bodens verhindert. Auf einer durch den Borkenkäfer in den vergangenen Jahren komplett zerstörten Fichtenfläche konnte sich vom großen Erfolg der natürlichen Verjüngung überzeugt werden. Und auch die Rückkehr der eigentlich vom Wild besonders verbissgefährdeten Eichen habe sich gezeigt, unterstrichen Marco Mohr und Philipp Weckbecker. „Hier kann ich richtig Förster sein“, betonte er zufrieden. Hier müsse er nicht mehr primär Schutzmaßnahmen planen, sondern könne aktiv steuern, welche Bäume für einen klimastabilen Wald gebraucht werden, so Weckbecker.

Das Fazit der Gemeinde und der Jagdgenossenschaft ist positiv. Das Projekt zeige, wie man auch in Zeiten des Klimawandels Wald, Wild und die wirtschaftlichen Belange von Eigentümern erfolgreich in Einklang bringen kann. Darum werde der zweite Jagdbezirk auch seit diesem Jahr so bewirtschaftet.

Trotz diverser Widerstände, zeige die Praxis den Erfolg. „Es gilt, miteinander statt übereinander zu reden“, so Ortsbürgermeister Marco Mohr.

Bickenbacher Bejagungsmodell kann Beispiel für andere Gemeinden sein

„Die Gemeinde Bickenbach hat hier wirklich was zu zeigen“, lobte FDP-Kreisvorsitzende Carina Konrad. „Wenn Förster wieder Förster sein können und Lebensraumerhaltung, Wirtschaftlichkeit, Artenschutz und Eigentümerinteressen Hand in Hand gehen, ist das ein Gewinn für die ganze Region“, ist die FDP-Politikerin überzeugt. Auch für andere Gemeinden kann dies als Vorbild dienen, glaubt Carina Konrad und macht deutlich: „Statt Vorurteile zu schüren, sollten wir viel öfter direkt in den Dialog gehen und von solchen Best-Practice-Beispielen lernen.“