Änderungsantrag zum Radverkehrskonzept des Rhein-Hunsrück-Kreises
Antrag Radwegekonzept
Die FDP Rhein-Hunsrück würde im Radverkehrskonzept des Rhein-Hunsrück-Kreises die priorisierte Umsetzung der Maßnahme „Radwegeverbindung Emmelshausen-Kastellaun“ zurückstellen und stattdessen mit allen Beteiligten erörtern, wie die notwendige Instandsetzung des Schinderhannes-Radwegs zeitnah realisiert werden könne. Daneben sollten vor einer weiteren Planung neuer Parallelverbindungen in den Gremien diese Vorschläge vor dem Hintergrund des Bedarfs, der Kosten und der Auswirkungen auf die Lebensräume beraten werden. Einen entsprechenden Antrag hat die FDP-Kreistagsfraktion in die nächste Sitzung des Kreistags am 15. Juni eingebracht.
„Der Rhein-Hunsrück-Kreis steht im Vergleich zu dem Zeitpunkt der ersten Beschlussfassung zum Radverkehrskonzept vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Investitionen müssen deshalb konsequent nach Nutzen, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit priorisiert werden“, betont dazu die FDP-Kreis- und Fraktionsvorsitzende Carina Konrad.
Mit dem Schinderhannes-Radweg bestehe bereits eine etablierte und funktionierende Radwegeverbindung zwischen Kastellaun und Emmelshausen, unterstreicht dabei die FDP. Daher stünde die nun priorisierte Planung einer zusätzlichen, parallel verlaufenden Strecke in keinem angemessenen Verhältnis zu den zu erwartenden Kosten, macht Carina Konrad deutlich. „Insbesondere erscheint es fragwürdig, für eine vergleichsweise geringe Streckenverkürzung erhebliche Investitionen in Millionenhöhe in einen neuen Radweg vorzunehmen, während gleichzeitig bereits vorhandene Infrastruktur Sanierungs- und Modernisierungsbedarf aufweist“, gibt die Liberale zu bedenken.
Außerdem befürchtet die FDP hier erhebliche Eingriffe in Natur- und Landschaftsräume, da die geplante Strecke durch sensible Waldbereich und naturnahe Wegeführungen verlaufen würden. Nicht zuletzt deshalb sollte der Fokus darauf liegen, bestehende Infrastruktur qualitativ zu verbessern, statt kostenintensive Parallelstrukturen aufzubauen, sind die Liberalen hier überzeugt. Die Ertüchtigung des vorhandenen Schinderhannes-Radwegs wäre sowohl finanziell verantwortlicher als auch ökologisch verträglicher, macht Carina Konrad deutlich.
Die FDP-Kreistagsfraktion hofft nun auf die Unterstützung der anderen demokratischen Fraktionen im Kreistag. „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich CDU, SPD, die Freien Wähler, ÖDP/Linke und Bündnis 90/Die Grünen unserem Antrag anschließen würden“, meint Carina Konrad. Es gehe hier nicht darum, den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur grundsätzlich in Frage zu stellen, sondern eine nachvollziehbare Priorisierung zu erreichen, die Wirtschaftlichkeit, Naturverträglichkeit und den tatsächlichen Bedarf stärke berücksichtige, so die FDP-Kreis- und Fraktionsvorsitzende.